Bei jedem Grundbuchgeschäft persönlich anwesend zu sein, ist nicht immer möglich. Leben im Ausland, gesundheitliche Gründe oder Zeitmangel machen den Immobilienkauf und -verkauf per Vollmacht oft zur praktischen Wahl. Richtig gestaltet ist er eine große Erleichterung, unachtsam genutzt birgt er ernste Risiken. Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine sichere Abwicklung.
Was ist eine Vollmacht?
Eine Vollmacht ist ein offizielles Dokument, das jemanden ermächtigt, in bestimmten Angelegenheiten in Ihrem Namen zu handeln. Für Grundbuchgeschäfte muss sie vor einem Notar erstellt werden und ein Foto enthalten, sonst akzeptiert das Grundbuchamt sie nicht.
Arten von Vollmachten
Zwei Formen sind üblich. Eine Spezialvollmacht erteilt begrenzte Befugnisse für eine bestimmte Immobilie und ist sicherer. Eine Generalvollmacht umfasst weitreichende Befugnisse und ist anfällig für Missbrauch, daher sollte sie nur voll vertrauenswürdigen Personen bei echtem Bedarf erteilt werden.
Risiken beim Kauf per Vollmacht
Die häufigsten Risiken sind gefälschte oder widerrufene Dokumente, ein Bevollmächtigter, der seine Befugnisse überschreitet, und ein Kaufpreis, der nicht beim wahren Eigentümer ankommt. Da eine Vollmacht jederzeit widerrufen werden kann, muss ihre Gültigkeit am Tag des Geschäfts bestätigt werden.
Prüfung für einen sicheren Kauf
Prüfen Sie die Gültigkeit über den Notar oder das E-Government; ein widerrufenes Dokument ist unbrauchbar. Vergleichen Sie die Identität des Bevollmächtigten mit dem Grundbucheintrag, kontaktieren Sie nach Möglichkeit den wahren Eigentümer und zahlen Sie per Banküberweisung statt bar. Prüfen Sie vorab Lasten, Hypotheken und Pfändungen.
Schutz vor Betrug
Seien Sie vorsichtig bei Angeboten, die Sie drängen, Dokumente nicht zeigen oder weit unter dem Marktwert liegen. Im Zweifel innehalten und Expertenrat einholen.
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